Gruss Rheinbergers an Olga aus den Ferien


Bad Kreuth, 29.7.93

Meine liebe Olga!

Deinen lieben Brief habe ich erhalten und daraus ersehen, dass es Deinem guten Vater doch nicht schlechter geht - möge sich bald die ersehnte Besserung entschieden einstellen!

Meine alte Schlaflosigkeit will sich nicht geben - dazu habe ich noch einen Rheumatismus des rechten Fusses (noch aus München mitgebracht), der mich im Liegen und Aufstehen (weniger im Gehen) arg peinigt; die heissen Bäder haben bisher noch nicht geholfen.

Probst ist nicht gekommen, hingegen habe ich in (dem früheren) Kriegsminister v. Heinleth u. Frau sehr angenehme und gesellige Bekannte gefunden. Neue Bekanntschaft mache ich sonst grundsätzlich nicht. /…/

Wie geht es sonst in Deiner lieben Familie? Kommst Du oft auf's Schloss[1] ?

Grüsse mir Alle herzlich und pflege auch Deine eigene Gesundheit.

Und hiemit Gott befohlen!

Wie immer Dein Onkel
Jos. Rheinberger.

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[1] auf's Schloss = Schloss Vaduz, das vor seiner Restaurierung bis 1896 u.a. als Gast- wirtschaft diente.