Bischof Gaucelinus von Albano, päpstlicher Bussrichter, beauftragt den Abt von Weissenau, das Kloster Weingarten von seinem kirchlichen Banne zu lösen, da es entschlossen ist, dem falschen Glauben Ludwig des Bayern, seiner Gönner und anderer Schismatiker abzuschwören. Es hatte die Urteilssprüche des Papstes gegen Ludwig treu befolgt, doch hatte weiland Graf Heinrich von Werdenberg, solange er lebte, mit seinen Helfern den Abt und den Konvent durch Wegnahme zeitlicher Güter und Drohungen gegen standhafte Männer ungefähr zwei Jahre lang zum verbotenen öffentlichen Gottesdienst gezwungen. Graf Heinrich von Werdenberg war Landvogt des genannten Ludwig von Bayern in jener Gegend; das genannte Kloster samt seinen Einkünften und Gütern lag in seinem Herrschaftsraum war.


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Original im Hauptstaatsarchiv Stuttgart B 515 Kloster Weingarten n. 104.