Auswandererbriefe 1843-1935

Diese Edition präsentiert eine Auswahl von Dokumenten zur liechtensteinischen Auswanderung zwischen dem Jahr 1843, als ein fürstliches Auswanderungspatent erlassen wurde, und dem Jahr 1935, ab welchem die archivgesetzliche Sperrfrist für personenbezogenes Archivgut greift. Das Schwergewicht der Edition liegt auf Privatbriefen aus Liechtenstein nach Amerika. Es soll vor allem die liechtensteinische Alltagsgeschichte beleuchtet werden.

Die Briefe aus und nach den USA haben einen speziellen Reiz. Sie sind von Menschen geschrieben worden, die sonst keine Veranlassung gehabt hätten, zur Feder zu greifen. Sie eröffnen Einblicke in den Mikrokosmos der damaligen Zeit und haben so einen einzigartigen Wert als sozialgeschichtliche Quelle. Die private Korrespondenz liefert einen Beitrag zu einer "Geschichte von unten", welcher durch die Auswertung amtlicher Akten kaum zu gewinnen wäre. Die zuweilen dialektgefärbte Sprache der Briefe gibt übrigens auch dem Germanisten Material in die Hand, welches bisher noch kaum benutzt wird.  

Das Editionsprojekt wird vom Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein finanziert (Personal); das Liechtensteinische Landesarchiv bzw. das Amt für Kultur ist Projektpartner und stellt die Infrastruktur zur Verfügung. Bearbeiter der Edition, die überwiegend auf den Dokumentationsbeständen von Julius Bühler und Norbert Jansen im Landesarchiv beruht, ist der Historiker Lukas Ospelt. Die begleitende Expertenkommission besteht aus Aldina Sievers für den Historischen Verein und dem stellvertretenden Landesarchivar Rupert Tiefenthaler für das Amt für Kultur. Das Projekt dauert vom 1. Oktober 2015 bis zum 31. Dezember 2016.