Der Dichter Hermann Lingg schreibt an Rheinberger betreffend Vertonung seines „Hymnus an die Tonkunst“


München, den 20.März 94

Hochgeehrter Herr Professor!

Unsrer Verabredung gemäss sollten die ersten Strophen des Hymnus an die Tonkunst dieser Tage Ihnen zugesandt werden, indess kam ich so in Eifer, dass ich gleich das ganze Gedicht fertig brachte und hiemit Ihnen einzusenden mir erlaube. Einiges ist am Sonntag Abend während der Eroica entstanden.

Über Veränderungen allenfalls mich mit Ihnen zu besprechen, bin ich so frei, Sie nächstens zu besuchen.

Mit vorzüglichster Hochachtung

Ihr ergebenster
Dr. H. v. Lingg[1].

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[1] Hermann von Lingg (1820- 1905), Epiker und Lyriker