Rheinberger entschuldigt sich bei Wolfrum, weil er aus gesundheitlichen Gründen seine Einladung zur Tonkünstlerversammlung („Töpferversammlung“) 1901 nicht annehmen kann.


München den 31.1.01.

Sehr verehrter Freund und College!

Wie gerne wäre ich Ihrer freundlichen Einladung zu einem 3ten Orgelconcerte nachgekommen, wenn nicht mein schlechter Gesundheitszustand mir z. Z. jegliches Komponiren unmöglich machte!

Doch ist ja abgeholfen, wenn Sie statt dessen meine Suite für Orgel, Violine und Cello mit Streichorchesterbegleitung op. 149 (Kistner, Leipzig) aufführen, die für solch festliche Gelegenheit sehr passend und wirksam wäre. - Seit Ihrer Anwesenheit bei Vorführung Ihres interessanten Mysterium's habe ich im Ganzen nur drei Konzertaufführungen beigewohnt. -

Sie sehen daraus, dass es mir nicht zum Besten geht! Mit herzlichem Grusse verbinde ich den Wunsch, es möge Ihr Musikfest in dem schönen „Alt-Heidelberg“ (das neue kenne ich zu wenig) bestens verlaufen und verbleibe

Ihr ergebener Freund
Jos. Rheinberger.

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