Franz Bonn schreibt Rheinberger bezüglich des "Armen Heinrichs" und bietet ihm weiterhin seine schriftstellerischen Fähigkeiten an


Der Brief Franz Bonns an Rheinberger lautet:


Bayreuth, 6. März 1870.

Verehrtester!

Ihre wohlklingende freundliche Mittheilung nebst Postanweisung mit 81 fl. 40 xer habe ich erhalten und spreche Ihnen dafür meinen besten Dank aus. Wie kommt denn der "arme Heinrich" zu blanken Thalern? Es freut mich, dass das Bürschlein, wie es scheint, in der Welt sein Glück macht. Dass ich mit der Dreitheilung seiner Früchte vollkommen einverstanden bin und nicht die Hälfte beanspruche, versteht sich von selbst. Möge der Mond des Theaterhimn- jels seine Silberblüthen nur so fort tröpfeln lassen, dann werden mir "die sieben Raben" nicht nur wegen ihrer reizenden Musik, die ich durch den Klavierauszug noch immer mehr lieben lerne, sondern auch aus materiellen Gründen die liebste Oper sein, die ich kenne.

Wie steht es - regen sich in Ihrer Brust keine Schmerzen nach neuen Thaten - wünschen Sie nicht bald wieder einen neuen Text? Meine Feder und meine Poesie stehen Ihnen jederzeit zu Diensten.

Mit herzlichen Grüssen

Ihr Franz Bonn.

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